Trading-Statistik für Konstanz – die Kennzahlen, die wirklich zählen
Trefferquote, Erwartungswert, Profit-Faktor, Drawdown und Konstanz-Regel: welche Trading-Kennzahlen dir zeigen, ob deine Ergebnisse stabil sind – und wie du sie liest.
Warum Konstanz wichtiger ist als einzelne Gewinne
Ein Monat mit einem einzigen Riesengewinn und vielen kleinen Verlusten kann dasselbe Endergebnis haben wie ein Monat mit vielen gleichmäßigen Gewinntagen. Das zweite ist aber deutlich stabiler – und wiederholbar. Konstanz bedeutet: Deine Ergebnisse hängen von deinem Prozess ab, nicht vom Glück einzelner Tage.
Die wichtigsten Kennzahlen
Trefferquote
Anteil der Gewinner an allen Trades. Allein wenig aussagekräftig – erst zusammen mit dem CRV ergibt sie ein Bild.
Durchschnittliches R
Das Ergebnis jedes Trades geteilt durch sein Risiko. Damit werden Trades unterschiedlicher Größe vergleichbar.
Erwartungswert
Erwartungswert = Trefferquote × Ø-Gewinn − Verlustquote × Ø-Verlust. Er sagt dir, was du pro Trade im Schnitt verdienst. Positiv = deine Strategie hat einen Vorteil.
Profit-Faktor
Summe aller Gewinne ÷ Summe aller Verluste. Werte über 1 bedeuten Gewinn; je höher, desto robuster.
Maximaler Drawdown
Der größte Rückgang vom Höchststand deines Kontos. Er zeigt, was du aushalten musst – psychisch und finanziell.
Gewinn- und Verlustserien
Wie viele Verluste hintereinander sind bei dir normal? Wer das weiß, gerät nach dem fünften Verlust nicht in Panik – und ändert nicht vorschnell eine funktionierende Strategie.
Die Konstanz-Regel (Consistency Rule)
Viele Prop-Firmen prüfen, ob ein Gewinn aus vielen Tagen oder aus einem einzigen Glückstag stammt. Eine verbreitete Form: Der beste Handelstag darf nur einen bestimmten Anteil am Gesamtgewinn haben (die genaue Grenze legt jede Firma selbst fest).
Auch ohne Prop-Firma ist das ein guter Selbsttest: Streich deinen besten Tag aus der Rechnung – bleibst du dann noch im Plus? Wenn ja, ist dein Ergebnis wahrscheinlich kein Zufall.
Statistik richtig lesen
- Genug Trades sammeln – unter etwa 30 Trades sind Zahlen eher Zufall als Aussage.
- Getrennt auswerten – nach Setup, Session, Asset und Wochentag. Oft verdeckt ein schlechtes Setup ein gutes.
- Kosten einrechnen – Spread und Gebühren gehören in die Statistik, sonst sieht alles besser aus, als es ist.
- Trends statt Einzelwerte – wichtiger als die Zahl dieser Woche ist, ob sie sich über Monate verbessert.
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