← Alle Ratgeber-Artikel

CRV richtig berechnen – Chance-Risiko-Verhältnis einfach erklärt

So berechnest du das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) im Trading, welche Trefferquote du für welches CRV brauchst und warum Gebühren dein CRV verschlechtern.

Was ist das CRV?

Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) – englisch Risk-Reward-Ratio – setzt den möglichen Gewinn eines Trades ins Verhältnis zum möglichen Verlust. Ein CRV von 2:1 bedeutet: Du riskierst 1 Einheit, um 2 zu gewinnen.

Die Formel

CRV = (Kursziel − Einstieg) ÷ (Einstieg − Stop-Loss)  (bei Long-Trades; bei Short entsprechend umgekehrt).

Beispiel

Long im NAS100 bei 20.000 Punkten, Stop-Loss bei 19.980, Ziel bei 20.050:

  • Risiko: 20.000 − 19.980 = 20 Punkte
  • Chance: 20.050 − 20.000 = 50 Punkte
  • CRV: 50 ÷ 20 = 2,5 : 1

Welche Trefferquote brauchst du?

Ein hohes CRV allein macht noch keinen Gewinn – es kommt auf das Zusammenspiel mit der Trefferquote an. Die Trefferquote, ab der du (vor Kosten) bei null landest, ist:

Break-even-Trefferquote = 1 ÷ (1 + CRV)

  • CRV 1:1 → 50 % Treffer nötig
  • CRV 1,5:1 → 40 %
  • CRV 2:1 → 33 %
  • CRV 3:1 → 25 %

Ein CRV von 3:1 klingt besser als 1:1 – wird das Ziel aber selten erreicht, ist es nichts wert. Entscheidend ist, was deine Daten zeigen.

Geplantes, mögliches und erreichtes CRV

Für eine ehrliche Auswertung lohnt es sich, drei Werte zu unterscheiden:

  • Geplantes CRV – was du vor dem Einstieg festlegst.
  • Mögliches CRV – wie weit der Kurs nach deinem Einstieg maximal in deine Richtung lief.
  • Erreichtes CRV – was du tatsächlich mitgenommen hast (Ergebnis ÷ Risiko, also dein R-Vielfaches).

Liegt das erreichte CRV regelmäßig weit unter dem möglichen, steigst du zu früh aus. In ConRules zeigt die Tabelle „Mögliches CRV zu erreichtes CRV“ außerdem, welches feste Ziel (0,5R, 1R, 1,5R …) über alle deine Trades den höchsten Erwartungswert gehabt hätte.

Gebühren und Spread nicht vergessen

Spread und Gebühren verringern deinen Gewinn und vergrößern deinen Verlust – dein echtes CRV ist also immer etwas schlechter als das auf dem Chart. Gerade bei kleinen Zielen (Scalping) macht das viel aus: Kosten von 0,1R pro Trade fressen bei einem 0,5R-Ziel ein Fünftel des Gewinns.

Weitere Artikel

ConRules – Trading-Journal, Trade Review, Statistik und Backtesting an einem Ort.

Kostenlos starten →

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Trading mit Hebelprodukten ist mit hohen Risiken bis zum Totalverlust verbunden.