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Phase 1 · Fundament · Lektion 2 von 7 · ca. 11 Min.
Märkte & Instrumente
Aktien, Indizes, Forex, Rohstoffe, Krypto – Futures und CFDs, Handelszeiten und Sessions.
Was kann man eigentlich handeln?
Wenn du eine Trading-Plattform öffnest, siehst du Hunderte, manchmal Tausende Symbole. Das wirkt erschlagend – ist aber schnell sortiert. Fast alles, was Trader handeln, gehört zu einer von fünf großen Anlageklassen (Gruppen von Märkten mit ähnlichen Eigenschaften).
Du musst nicht alle Märkte kennen. Im Gegenteil: Am Anfang konzentrierst du dich auf einen einzigen Markt. Diese Lektion hilft dir, ihn bewusst auszuwählen.
Aktien und Indizes
Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Ihr Kurs reagiert auf Unternehmenszahlen, Nachrichten und die allgemeine Stimmung. Für Anfänger im Daytrading sind Einzelaktien oft schwierig: Bei Quartalszahlen (englisch „Earnings“) springt der Kurs gerne über Nacht um 5–10 % – solche Sprünge nennt man Gaps (Kurslücken).
Ein Index fasst viele Aktien zu einer einzigen Zahl zusammen und zeigt, wie es „dem Markt“ insgesamt geht. Er ist breiter gestreut und reagiert weniger extrem auf einzelne Firmennachrichten. Deshalb sind Indizes bei Daytradern besonders beliebt:
| Index | Was steckt drin? | Typische Kürzel bei Brokern |
|---|---|---|
| DAX | Die 40 größten deutschen Unternehmen | GER40, DE40 |
| Nasdaq-100 | Die 100 größten Nicht-Finanzwerte der US-Technologiebörse Nasdaq | NAS100, US100, USTEC |
| S&P 500 | Rund 500 große US-Unternehmen – das „Barometer“ der US-Wirtschaft | US500, SPX500 |
| Dow Jones | 30 traditionsreiche US-Großkonzerne | US30, DJ30 |
Du kannst einen Index nicht direkt kaufen – er ist ja nur eine berechnete Zahl. Gehandelt werden Produkte, die sich auf den Index beziehen: Futures, CFDs oder ETFs (börsengehandelte Indexfonds, eher etwas für Anleger). Was Futures und CFDs sind, klären wir gleich.
Forex, Rohstoffe und Krypto
Forex – der Devisenmarkt
Am Forex-Markt (Foreign Exchange) wird immer ein Währungspaar gehandelt, z. B. EUR/USD. Die erste Währung ist die Basiswährung, die zweite die Kurswährung (auch Quote-Währung). Ein Kurs von 1,0850 bedeutet: 1 Euro kostet 1,0850 US-Dollar.
- Kaufst du EUR/USD (long), setzt du darauf, dass der Euro gegenüber dem Dollar stärker wird.
- Verkaufst du EUR/USD (short), setzt du darauf, dass der Euro schwächer wird.
- Die meistgehandelten Paare mit dem US-Dollar heißen Majors (Hauptwährungspaare), z. B. EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY.
Rohstoffe
Gold (Kürzel oft XAU/USD) gilt als „sicherer Hafen“ und reagiert stark auf Zinsen und Krisen. Öl (WTI aus den USA, Brent aus der Nordsee) hängt an Angebot, Nachfrage und Politik. Beide können sehr schnell und weit laufen – nichts für den allerersten Trade.
Krypto
Kryptowährungen wie Bitcoin werden rund um die Uhr gehandelt, auch am Wochenende. Sie schwanken extrem stark. Deshalb erlaubt die EU-Aufsicht Privatkunden bei Krypto-CFDs nur einen sehr geringen Hebel. Spannend – aber kein Anfängermarkt.
Kassa oder Derivat?
Am Kassamarkt kaufst du das „Original“: Die Aktie liegt danach in deinem Depot, das Gold im Tresor. Trader handeln dagegen meist Derivate – Verträge, deren Preis sich von einem Basiswert ableitet. Du verdienst (oder verlierst) an der Preisbewegung, ohne den Basiswert je zu besitzen. Das macht Short-Trades und kleine Positionsgrößen einfach.
Kurz zur Abgrenzung: Optionen und Knock-outs
Eine Option gibt dir das Recht (nicht die Pflicht), einen Basiswert zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Knock-out-Zertifikate sind gehebelte Wertpapiere einer Bank, die wertlos verfallen, sobald eine bestimmte Kursschwelle berührt wird. Beide haben eigene Preismechaniken – in „The Trader’s Path“ arbeiten wir mit Futures und CFDs, weil sich daran Risiko und Punktwert am klarsten lernen lassen.
CFDs und Futures sind Hebelprodukte: Mit wenig Kapital bewegst du große Summen. Das wirkt in beide Richtungen. Wie du den Hebel kontrollierst, lernst du in der Lektion „Hebel, Margin, Kontrakte & Pips“.
Handelszeiten und Sessions
Weil die Welt in Zeitzonen eingeteilt ist, „wandert“ der Handel rund um den Globus. Man spricht von drei großen Sessions (Handelsphasen):
- Asien (Tokio, Sydney, Hongkong): grob 1:00 bis 9:00 Uhr deutscher Zeit. Meist ruhigere Kurse in europäischen und US-Märkten.
- Europa (Frankfurt, London): Die Börse Frankfurt (Xetra) handelt von 9:00 bis 17:30 Uhr – der DAX ist dann am lebhaftesten. London startet zur selben deutschen Uhrzeit.
- New York: Die US-Aktienbörsen öffnen um 15:30 Uhr und schließen um 22:00 Uhr deutscher Zeit. Wichtige US-Wirtschaftsdaten kommen oft schon um 14:30 Uhr.
Besonders viel los ist in der Überschneidung von Europa und New York (ca. 15:30 bis 17:30 Uhr): Beide großen Finanzzentren handeln gleichzeitig, es gibt viel Volatilität (Schwankungsbreite) und viele Gegenparteien.
Achtung Zeitumstellung: Die USA stellen ihre Uhren im Frühjahr etwa zwei bis drei Wochen früher auf Sommerzeit um als Europa und im Herbst rund eine Woche später zurück. In diesen Wochen öffnet New York schon um 14:30 Uhr deutscher Zeit, und US-Daten kommen um 13:30 Uhr. Prüfe die Zeiten in diesen Wochen bewusst – sonst stehst du plötzlich mitten in der Eröffnung.
Futures und CFDs auf Indizes sind übrigens fast rund um die Uhr handelbar (oft mit kurzen Pausen). Die echte Bewegung kommt aber meist in den Hauptzeiten „ihrer“ Börse: DAX am Vormittag und zur US-Eröffnung, Nasdaq ab 15:30 Uhr.
Daytrading, Swing-Trading, Investieren
Neben dem Markt entscheidest du über deinen Zeithorizont – wie lange du eine Position hältst:
| Daytrading | Swing-Trading | Investieren | |
|---|---|---|---|
| Haltedauer | Minuten bis Stunden, abends „flat“ | Tage bis Wochen | Monate bis Jahre |
| Charts | 1- bis 15-Minuten-Kerzen | 1-Stunde bis Tageskerzen | Tages-, Wochenkerzen, Fundamentaldaten |
| Zeitaufwand | Feste Handelsfenster, volle Konzentration | Gut neben dem Beruf machbar | Gering |
| Risiko über Nacht | Keins (keine offenen Positionen) | Ja, Gaps und Finanzierungskosten | Ja, aber langfristig ausgeglichen |
| Typische Produkte | Futures, CFDs | Futures, CFDs, Aktien | Aktien, ETFs |
Dieser Pfad ist auf Daytrading ausgerichtet – vieles davon (Marktstruktur, Risiko, Journal) gilt aber genauso für Swing-Trading. Investieren ist ein eigenes, langfristiges Thema und kein „langsames Trading“.
Welcher Markt für den Anfang?
Für Einsteiger eignen sich Märkte, die liquide sind (viele Teilnehmer, enge Spreads – also geringe Handelskosten, mehr dazu in der nächsten Lektion), klare Handelszeiten haben und zu deinem Alltag passen:
Wähle einen dieser Märkte und bleib mindestens bis zum Ende der Praxis-Phase dabei. Jeder Markt hat seinen eigenen „Charakter“ – typische Uhrzeiten, typische Bewegungsweiten. Diesen Charakter lernst du nur, wenn du ihn jeden Tag beobachtest.
Lege dir im Cockpit über die Listen-Box eine Watchlist mit deinem gewählten Markt und seinen Handelszeiten an. Im Kalender kannst du dir einen Alarm für den Beginn deines Handelsfensters setzen – zum Beispiel 15:20 Uhr vor der US-Eröffnung.
Öffne einen kostenlosen Chart (z. B. auf TradingView) für DAX, Nasdaq-100 und EUR/USD im 5-Minuten-Chart. Schau dir die letzten drei Handelstage an: Zu welchen Uhrzeiten bewegt sich jeder Markt am stärksten? Passt eines dieser Zeitfenster in deinen Alltag? Notiere dir deinen Favoriten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die großen Anlageklassen: Aktien, Indizes, Forex, Rohstoffe, Krypto. Daytrader handeln oft Indizes oder große Währungspaare.
- Trader nutzen meist Derivate: Futures (Börse, feste Größe, Verfall) oder CFDs (Vertrag mit dem Broker, Finanzierungskosten über Nacht).
- Bei EUR/USD ist der Euro die Basiswährung, der Dollar die Kurswährung.
- Wichtige Zeiten (deutsche Zeit): 9:00 Frankfurt, 14:30 US-Daten, 15:30 US-Börse – in den Wochen der Zeitumstellung eine Stunde früher.
- Am Anfang: ein Markt, der zu deinem Tagesablauf passt.
Quiz
5 Fragen · bestanden ab 4 richtigen Antworten.
Hinweis: „The Trader’s Path“ dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Trading mit Hebelprodukten ist mit hohen Risiken bis zum Totalverlust verbunden.